Anfangs habe ich mich gezwungen, naturgetreu zu zeichnen. Weil ich dachte, ich dürfe mich nur langfristig ernsthaft mit Farbe und Pinsel beschäftigen, wenn ich mir selber beweisen könne, dass ich es auch tatsächlich kann. Ich hatte Angst vor so manchem Strich und vor fast jedem weissen leeren Blatt. Erst der   Tipp von Felix Scheinberger, ein neues Skizzenbuch irgendwo aufzuschlagen und die erste Skizze bewusst nicht gut zu machen (weil das Buch dann quasi nicht mehr zu verschandeln ist), nahm mir diesen Schrecken. Ich habe mir dann irgendwann selber den Segen gegeben und wieder angefangen von der Realität abzuweichen und keine Angst mehr zu haben. Mit viel mehr Spassfaktor für mich. Ich bin heute Abend über einen Post auf Facebook gestolpert, den ich hier gerne auch festhalten will.
Danke Martina Wald für diese so wichtigen 21 Dinge, die man über das Zeichnen wissen muss, die einem aber noch nie jemand gesagt hat:

1. Je öfter man zeichnet, um so häufiger verspürt man den Wunsch zu zeichnen.

2. Zeichnen findet nicht auf dem Papier statt, sondern auf dem Weg vom Auge übers Herz zur Hand.

3. Die Hand folgt immer den Augen. Immer. Das ist wie beim Auto fahren oder Radfahren.

4. Wenn man eine Zeit lang immer denselben Zeichenstift benutzt, fühlt es sich nach einer Weile so an, als zeichne dieser Zeichenstift ganz von alleine und man selbst schaue nur zu.

5. Die Energie, die man ins Zeichnen steckt, kommt als neue Zeichen-Energie zu einem zurück.

6. Sobald der erste Strich auf ´s Papier gesetzt ist, verwandelt sich die Fläche des Papiers in einen Raum.

7. Nur was den Zeichner be-eindruckt, kann die Hand des Zeichners zum Aus-druck bringen.

8. Wer glaubt, nicht zeichnen zu können und deshalb nicht zeichnet, der kann nicht zeichnen. Wer glaubt, nicht zeichnen zu können und trotzdem zeichnet, der kann zeichnen.

9. Beim Zeichnen erkennen wir, was wir sehen

10. Eine Zeichnung ist das, was nach dem Zeichnen übrig bleibt.

11. Zeichnen lernt man nicht, indem man zeichnen lernt, sondern indem man sich daran gewöhnt zu zeichnen.

12. Richtig gut zeichnen kann man nur, wenn man bereit ist, bei jeder Gelegenheit richtig schlecht zu zeichnen.

13. Wer einen gedruckten Text in seiner eigenen Handschrift abschreiben kann, der kann auch zeichnen.

14. Besser, man lernt seine eigene Art des Zeichnens zu schätzen, denn anders als man selbst, wird man nie zeichnen.

15. Wenn man nicht sehr oft zeichnet, hört man nicht auf zeichnen zu können, aber man vergisst, dass man es kann.

16. Zeichnen ist nichts anderes, als die Welt in seiner eigenen Schrift aufzuschreiben.

17. Beim Zeichnen soll kein natur-getreues Bild entstehen, sondern ein der Natur nach-empfundenes.

18. Niemand kann einem sagen, wie „man” eine Rose zeichnet. Jeder muss für sich selbst herausfinden, wie er eine Rose zeichnet.

19. „Schön” zeichnen ist genauso langweilig und ausdruckslos wie schön schreiben.

20. Allein die Absicht, ” gut” zeichnen zu wollen, hält davon ab, „gut” zeichnen zu können.

21. Beim Zeichnen ist nicht das Können die Kunst, sondern die Kunst ist es, immer weiter zeichnen zu können.