Rebekka Sigg, *1976, aufgewachsen in Sarmenstorf, lebt und arbeitet in Maschwanden (Schweiz).

Sie malt seit ihrer Kindheit – Kunst ist kein Beruf, den sie gewählt hat, sondern eine Sprache, die sie angefangen hat zu sprechen, seit sie sich erinnern kann. Seit ca. 2022 verfolgt sie ihre künstlerische Praxis mit wachsender Intensität.
Ihre Arbeiten kreisen um das Spiel mit Farben und Formen, um die Faszination für Linien – und immer wieder um das Moment der Entdeckung: das Unerwartete, das im Prozess entsteht. Ihr Stil ist grafisch und verspielt, getragen von klaren Linien und einer Vorliebe für Transparenz.
Zeitgenössisch in Haltung und Ausdruck.
Künstlerisch inspiriert zum Beispiel von Yayoi Kusamas, Paul Klee, Roberto Burle Marx, Hilma af Klint, Jean Arp, Joan Miró, Yayoi Kusama, Antoni Gaudí.

Ausbildungen
Kaufmännische Grundausbildung
Studium Unternehmenskommunikation, HWZ Zürich
Form und Farbe, F+F Schule für Kunst und Design, Zürich
Sterbebegleitung, Caritas Luzern
Personenorientierte Maltherapie, IHK Zürich
Lösungsorientierte Maltherapie, IHK Zürich


Erläuterung zur künstlerischen Arbeit
Artist Statement

„Linien ziehen, Flächen setzen, Räume öffnen: Meine Arbeiten sind eine Untersuchung von Übergängen. Was passiert, wenn Formen sich berühren? Wie viel Tiefe entsteht durch Überlagerung?
Meist arbeite ich mit Acryl, bleibe aber im Prozess offen für die Eigendynamik des Materials.

Ich möchte keine Antworten diktieren. Vielmehr locken meine Bilder dazu, den eigenen Blick wandern zu lassen. Es geht mir um die Freude am Entdecken – um jene flüchtigen Momente, in denen aus Abstraktion eine ganz persönliche Resonanz entsteht. Ein Bild ist für mich dann gut, wenn es dem Betrachter oder der Betrachterin den Platz lässt, die eigene Geschichte darin zu finden.“

“Drawing lines, defining surfaces, opening spaces: my work is an exploration of transitions. What happens when forms touch? How much depth is created through layering? I primarily work with acrylics, yet I remain open to the inherent dynamics of the material throughout the process.

I have no desire to dictate answers. Instead, my paintings invite the viewer’s gaze to wander. For me, it is about the joy of exploring —those fleeting moments where abstraction transforms into a deeply personal resonance. A painting is only complete when it offers the viewer the space to find their own story within it.”


Interview

Deine Aktuellen Arbeiten spielen mit Schichten.
Was fasziniert dich an diesem Aufbau?
Bei dieser Serie arbeite ich mit Acryl auf Leinwand. Der Vordergrund bleibt durch die aneinandergereihnten Striche transparent. Dadurch entsteht eine direkte Verbindung zwischen dem Vorne und dem Hinten. Es ist ein Spiel aus Überlagerungen, Formen und Farben, das Täume öffnet und Tiefenwirkung erzeugt. Die beiden Schichten verschmelzen zu einer völlig neuen Geschichte mit eigener Dynamik.

Im digitalen Zeitalter ist alles sofort konsumierbar.
Welchen Gegenpol setzt du mit deiner Kunst?
AI erleichtert uns den Alltag und die Arbeit – ob das gut ist oder nicht, darüber scheiden sich die Geister. Wir lagern oft aber sogar unsere eigene Fantasie komplett aus.
Meine Bilder sind eine digitale Pause. Sie laden dazu ein, den Blick wandern zu lassen, Linien und Figuren zu suchen und die eigenen Gedanken völlig frei schweifen zu lassen. Die Arbeiten sollen den Menschen den Raum bieten, ihre ganz eigene individuelle Geschichte darin zu finden. Und vielleicht ist es auch einfach nur ein Gefühl.

Gibt es denn für dich eine “richtige” Interpretation deiner Bilder?
Nein. Natürlich habe ich beim Malen im Atelier meine eigenen Gedanken zu einem Bild. Aber im Dialog mit dem Publikum entsteht die eigentliche Magie: Es ist für mich als Künstlerin unglaublich spannend zu hören, was andere Menschen in einem Werk sehen. Es gibt in der Kunst – wie überall im Leben – so viele Wahrheiten, wie es Menschen gibt. Es geht mit um die Freude am Entdecken und um jene Momente, in denen aus Abstraktion eine ganz persönliche, intime Resonanz entsteht.


Rebekka Siggs neugieriges Wesen widerspiegelt sich in ihren Werken: Die Künstlerin probiert immer wieder Neues aus, experimentiert mit verschiedenen Techniken und Medien und verlässt gerne vorgespurte Wege. Farben, Formen, Muster und verschiedene Materialien spielen im Leben der Künstlerin seit jeher eine wichtige Rolle. Für das artecorum artspace kreierte sie eine Serie von Kunstwerken voller prickelnder Erotik und Leidenschaft. Linien und Muster verschmelzen in ihren Kompositionen und fordern die Phantasie und Vorstellungskraft des Betrachters heraus.

Andreas Rieder, artecorum